Vorwort

In meinem Buch «Aus dem Alltagsleben von Menschen zwischen unten und oben vom 16. bis ins 20. Jh.» gehe ich im 1. Teil von einzelnen historischen Menschen aus 8 Familien (Vorfahren von mir und meinem Mann) in unterschiedlichen Dörfern aus. Diese Menschen übten verschiedene Berufe aus. Sie gehörten in den meisten Fällen nicht der herrschenden Schicht an, die das politische Geschehen beeinflusst haben, sondern waren einfache Menschen: z.B. ein Offizier im zweiten Villmergerkrieg 1712; Bauern und Taglöhner aus dem Emmental; ein Landschullehrer aus dem Zürcher Oberland; Landhandwerker in Wattenwil BE, im Emmental und im aargauischen Untertanengebiet. In neuerer Zeit waren es u.a. ein Coiffeur, ein Polizist, eine Telefonistin und eine Bäuerin. Ihr Leben wurde beeinflusst durch Schicksalsschläge, durch politische Ereignisse und Naturkatastrophen. Diese Landbewohner hatten oft eine soziale Stellung «zwischen unten und oben» und häufig sind sie sozial auf- oder abgestiegen. Einige Vorfahren stiegen in die ländliche Oberschicht auf, z.B. als Säckelmeister, Landesvenner und Landesstatthalter, als Pulvermüller und Wirte. Andere verarmten und gehörten für einige Zeit der Unterschicht an.

Ich schildere ihre Lebensumstände und erweitere dann den Blick für die jeweilige Zeit- und Sozialgeschichte. Zudem beschreibe ich die Entwicklung dieser 8 Familien in 4 Jahrhunderten über die Generationen hinweg. Im 2. Teil der Arbeit beschäftige ich mich unter anderem auch mit der Situation von Menschen aus dem Mittelstand heute.

Beim Recherchieren bin ich in den einzelnen Dörfern vielen interessanten Lokalhistoriker-Innen begegnet. Von ihnen habe ich wertvolle Informationen erhalten. Angehörige von Gemeindebehörden und Verantwortliche von historischen Vereinen und Dorfmuseen haben mir Einblick in ihre Archive ermöglicht. Ich möchte an dieser Stelle ihnen allen herzlich für ihre Unterstützung danken.

Worb, Mai 2021