13. Mühlethaler von Bollodingen BE ab ca. 1700, im 19. Jh. Wirte in Hermiswil

Die Vorfahren der Grossmutter väterlicherseits meines Mannes heissen Mühlethaler. Der Name Mühlethaler ist ein Herkunfts- und Wohnstätten Name auf -er. Es ist ein Flurname: «Mühlital». Das Tal ist benannt nach einem Gewerbebetrieb, einer Mühle. (1) Die ursprünglichen Herkunftsorte der Mühlethaler liegen im Oberaargau (Bettenhausen, Bollodingen etc.) und in Brittnau AG. Die Mühlenthaler – Vorfahren sind in Bollodingen BE heimatberechtigt. Das Dorf Bollodingen liegt im Oberaargau.

13.1. Herkunft

13.1.1. Der Oberaargau

„Der Oberaargau ist der nordöstliche Teil des Kantons Bern. Er grenzt an die Kantone Solothurn, Aargau und Luzern. Nur im Süden ist er mit dem Kanton Bern verbunden. Die südlich angrenzende Region ist das Emmental, wobei die Grenze nicht immer gleich definiert wird.» Der Oberaargau ist Teil des Schweizer Mittellandes.(2)

Die Oberaargauer sprechen einen etwas anderen berndeutschen Dialekt als die Stadt Berner oder die Emmentaler. Im Oberaargau sagt man „Jo (Ja), Oobe (Aabe), Hoor (Haar)» etc. „Me trinkt vüü Müuch“, im Emmental „treicht me viu Miuch“. Man sagt „Chriesi“ nicht „Chirschi“; „Chile“ nicht „Chiuche“. Der Oberaargauer zieht die Vokale lang: „I due lääse“, „sääge“; er kommt „spööter.“ (3) Neben der unterschiedlichen Aussprache gibt es auch unterschiedliche Begriffe für gewisse Gegenstände: „Die zum Trocknen auf der Wiese zusammengebrachten Heuhaufen heissen z.B. im Oberaargau „Birlig“. Die Emmentaler sagen „Schöchli“.“(4)

Bis zum Untergang des Alten Berns 1798 gehörten die Regionen Ober- und Unteraargau zu Bern. 1802/03 wurde der Unteraargau abgetrennt und mit dem Fricktal, mit Baden und den freien Ämtern zum heutigen Kanton Aargau vereinigt. (5)

13.1.2. Bollodingen

Das Dorf Bollodingen „liegt auf 476 m. ü. M., 2 km südlich von Herzogenbuchsee und 8 km südwestlich der Stadt Langenthal (Luftlinie). Das Strassenzeilendorf erstreckt sich in der Ebene des Önztals … am höheren Rand des Molassenhügellandes des höheren Mittellandes (Buchsiberge), im Oberaargau. Der zentrale Teil des 2,0 km2 grossen Gemeindegebietes wird von der rund 1 km breiten Ebene des Önztals eingenommen. Die Önz fliesst in ihrem mittleren Abschnitt in einem Tal, das lange Zeit am Rand des eiszeitlichen Rhonegletschers lag und als Schmelzwasserrinne diente. Die Talebene wird im Westen von der Höhe von Steinhof flankiert, von der das Oberholz (bis 535 m ü. M.) noch zu Bollodingen gehört. Nach Südosten erstreckt sich der Gemeindeboden auf die Molassehöhe des Humbergs, auf dem mit 597 m. ü. M. die höchste Erhebung von Bollodingen erreicht wird“. (6) 1997 besteht 92 % der Gemeindefläche aus Wald und Gehölz und Landwirtschaftsgebiet.

Am 1. Januar 2011 hat Bollodingen mit der Gemeide Bettenhausen fusioniert. Vorher war es eine eigenständige politische Gemeinde mit 205 Einwohnern (31. Dezember 2010). (7)

13.1.3. Geschichte von Bollodingen

Zur Römerzeit gab es Siedlungen in der Umgebung. In Herzogenbuchsee stand eine Luxusvilla mit Mosaikböden und in Langenthal eine grosse Badeanlage. Auch in Bollodingen soll eine römische Villa gestanden haben. (8)

Zur Zeit der Völkerwanderungen drangen Alemannen in das Gebiet der heutigen Schweiz ein. „Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes erfolgte 1262 unter dem Namen Polatingen. Später erschienen die Bezeichnungen Bolathingen (1266), Bollendingen (1533), Bollondingen (1554) und Bollodingen (1850). Die Etymologie des Ortsnamens ist nicht eindeutig geklärt. Bollodingen geht vermutlich auf den althochdeutschen Personennamen Bollhard zurück und bedeutet somit „bei den Leuten des Bollhard“. (9)

Schon im 13. Jahrhundert gab es das Gericht Bollodingen-Egerden. (10) Seit dem 16. Jahrhundert wurde die Gerichtsbarkeit von Bollodingen und Umgebung als zu Herzogenbuchsee gehörend von dem jeweiligen Oberamtmann von Wangen ausgeübt. Bollodingen bildet im 17. Jahrhundert mit andern Dörfern (Ochlenberg, Juchten, Loch, Hermiswil) zusammen ein Untergericht der Kirchgemeinde Herzogenbuchsee. Das Gerichtsgremium bestand aus 12 Gemeindevertretern; der Vorsitz hatte der Weibel, die rechte Hand des Oberamtmanns. „Die mündliche Ueberlieferung behauptet, die Gerichtssitzungen seien in früher Zeit unter der Linde abgehalten worden.“ (11) Die Linde soll anlässlich der Reformation gepflanzt worden sein.

Diese Linde von Bollodingen ist das Wahrzeichen der Gemeinde und kommt im Wappen vor. Dieses zeigt “in Silber eine ausgerissenen (heraldische) rote Linde mit grünen Blättern“. (12) 1937 ist die ungefähr 500 jährige Linde der Altersschwäche zum Opfer gefallen.

13.1.4. Die Verkehrswege

Von alters her kam der Gegend von Herzogenbuchsee und dem Oenztal eine wichtige Bedeutung als Verkehrsachse zu. Es bestand schon zur Römerzeit eine Strasse von Burgdorf über Wynigen, Herrmannswyle, Bolatingen nach Buchsa, dem heutigen Herzogenbuchsee, die sogenannte «Kastenstrasse». (13) Bis ins 18. Jahrhundert war sie eine wichtige Verbindungsstrasse. Es gibt noch heute zwischen Wynigen und Riedtwyl 3 Bauernhöfe, die „unterer“, „mittlerer“ und „oberer“ Kasten heissen. „Bevor die „Argeustrasse“ 1764 von Bern über Kirchberg- Herzogenbuchsee- Murgenthal in den damals bernischen Unteraargau gebaut wurde, führte die Route von Bern, Burgdorf über Hermiswil, Bollodingen nach Langenthal. Der Name “Kasten„ dürfte sich mit einiger Wahrscheinlichkeit auf ein oder mehrere „castrum / castra“(Burg) im Sinn einer Wegsicherung – oder Beobachtung beziehen.» (14) Diese «Kastenstrasse» war aus militärstrategischen Gründen wegen ihrer Verbindung zum bernischen Aargau für die Berner wichtig.

Neben dieser ursprünglich römischen Strasse gab es im Mittelalter noch andere bedeutende Verkehrswege in der Gegend. Die sogenannten „Hohlwege von Bollodingen“ wurden in einem Bundesgerichtentscheid von 1990 als historische Verkehrswege geschützt und in den Inventar der historischen Verkehrswege der Schweiz aufgenommen. Es wird vermutet, dass es sich um ein Teilstück einer Weganlage aus der zähringischen Zeit (11. bis frühes 13. Jahrhundert) handelt. Diese Nord-Süd-Achse führte zu Zähringer Zeit durch das Gebiet der heutigen Schweiz, ausgehend von der Reichsstadt Rheinfelden über den Jura – oberer Hauenstein – Aarwangen – Herzogenbuchsee – Sumiswald – Thun; weiter über Grimsel – Gries und Lötschen – Moro. (15) Das „Hohlwegsystem von Bollodingen“ ist ein ganzes Bündel von Wegspuren, die sehr steil verlaufen und teilweise sogar senkrecht zum Hang liegen. Sie sind noch heute sichtbar. Von Bollodingen, aus führten die Spuren über Fridau und stiegen dann steil durch den Humbergwald an (300 m Aufstieg) nach Spych, Oschwand. „In früher Zeit versuchte man möglichst auf direktem Weg aus den Tälern Anschluss an die über die Hügelzüge verlaufenden Höhenwege zu gewinnen….Im Allgemeinen wurden die Höhenzüge aus Sicherheitsgründen den überschwemmungsgefährdeten Talböden vorgezogen…Das Problem der starken Steigung wurde bei Karren mit Zugtieren mit einem Vorspanndienst gelöst….In der Erstausgabe der Dufourkarte von 1861 ist der Hauptweg des Hohlwegbündels als Karr- oder Saumweg vermerkt. (16)

13.2. Lebensdaten der Mühlethaler – Angehörigen

Gemäss Tauf- und Eherodel von 1570-1606 (17) gab es in Bollodingen schon Einwohner, die Mülithall oder Mülintal hiessen. Die Schreibweise ist offensichtlich je nach Pfarrperson, die den Rodel führte, unterschiedlich. Im 2. Band von 1607 -1638 kommt in Bollodingen der Name Mülital und später Mülenthaler vor. Es ist anzunehmen, dass die Familie der Mühlethaler-Vorfahren schon im 16. Jahrhundert in Bollodingen oder Umgebung ansässig war. Auch in späteren amtlichen Dokumenten ist die Schreibweise des Namens unterschiedlich: manchmal heisst es Mühlithaler, meistens aber Mühlethaler.

Die Vorfahren Mühlethaler lassen sich mit Sicherheit bis ins frühe 18. Jahrhundert zurückverfolgen. (s. Kp. 21.6. Mühlethaler – Vorfahren im Überblick) Frau Therese Metzger, Ahnenforscherin aus Münsingen, hat mich bei den Nachforschungen in den Kirchenbüchern unterstützt. Wegen der häufig gleichen Vornamen oder auch fehlenden Angaben z.B. über Berufe, Wohnorte, und im Todesfall keine Namenangabe der Witwe etc. ist es auch für die Genealogin schwierig, gesicherte Angaben zu machen. Die Zuordnung muss gelegentlich aufgrund von Wahrscheinlichkeiten erfolgen, vor allem, wenn es mehrere Personen im selben Zeitraum mit dem gleichen Namen gibt. Man überlegt dann, ob Geburtsdatum, Heiratsdatum und die Geburtsdaten der Kinder zusammenpassen könnten. In diesem Fall habe ich die Bezeichnung „vermutlich“ verwendet. Ob ein Mann oder eine Frau sich noch einmal verheiratet haben, ist in den Kirchenbüchern nicht ohne Weiteres ersichtlich: „Z.B. heirateten zwischen 1744 und 1756 5 Andreas Mühlethaler. Es ist anzunehmen, dass der eine oder andere zweimal geheiratet hat. Leider steht nirgends Witwer. Auch der Todeseintrag eines „Kindbetterkinds“ lässt sich nicht eindeutig zuordnen, weil der Name der Mutter nicht genannt wird und im Taufrodel das Kind nicht eingetragen ist.“ (18)
Wenn ich die Ahnen weiter hätte zurückverfolgen wollen, hätte ich aus meiner Sicht zu viele Annahmen treffen müssen; deshalb habe ich darauf verzichtet.

13.2.1. Älteste Vorfahren – Anzahl Generationen – das Heiratsalter- Anzahl Kinder – Todesfälle – Alter der Vorfahren

Aus den oben erwähnten Schwierigkeiten lassen sich nur 5 Generationen Mühlethaler nachweisen (s. Kp. 21.6.)

Die ersten Vorfahren hiessen «vermutlich» Hans Mühlethaler und Ursula Moor (1. Generation). Sie lebten im 17. Jahrhundert und hatten einen Sohn namens Andreas. Auch bei der 2. Generation: Andreas Mühlethaler («vermutlich»: 10.08.1721 – 06.06.1765) und Elsbeth Mathys lassen sich die Geburts-und Todesdaten nicht mit absoluter Sicherheit feststellen. Erst ab der 3. Generation: Urs Mühlethaler (11.03.1759 – 20.02.1796) und (Anna) Barbara Übersax (16.11.1760 – 19.05.1840) sind die Lebensdaten gesichert. Es lassen sich 5 Generationen Mühlethaler feststellen. In der 4. Generation war Urs Mühlethaler (11.03.1759 – 18.04.1846) zweimal verheiratet. Von ihm wird im Folgenden noch öfter die Rede sein. Ferdinand Mühlethaler (08.04.1835 – 31.07.1881) und Magdalena geb. Jost (18.09.1835 – 03.06.1910), 5. Generation, waren die Ur-grosseltern meines Mannes.

So weit es sich feststellen lässt, waren die Vorfahren bei der Heirat (mit einer Ausnahme) zwischen 20 und 30 Jahre alt. Einzig Urs Mühlethaler (4. Generation) war bei der 2. Eheschliessung 41 Jahre und seine zweite Ehefrau Anna geb. Aeberhard sogar 42 Jahre alt.

Für die Anzahl Kinder lassen sich in der 1. und 2. Generation keine gesicherten Angaben machen. In der 2. Generation ist event. ein Geschwisterchen von Andreas, ein namenloses «Kindbetterkind» gestorben. Andreas scheint das einzige überlebende Kind gewesen zu sein. In der 3. Generation gab es 4 Kinder; in der 4. Generation: 8 Kinder. Von diesen insgesamt 12 Kindern der 3. und 4. Generation erreichten nur 5 das Erwachsenenalter. In der 5. Generation waren 9 Kinder. Anna, das älteste Mädchen starb mit 2 Jahren. Die übrigen Nachkommen haben überlebt, nur 3 haben später geheiratet.

Die männlichen Mühlethaler – Vorfahren sind alle relativ jung verstorben. Andreas Mühlethaler (2. Generation) starb vermutlich mit 43 Jahren und 10 Monaten. Urs Mühlethaler (3. Generation) starb am 20.02.1796 mit 36 Jahren und 11 Monaten. Urs Mühlethaler, der Wirt (4. Generation) war bei seinem Tod, am 18.04.1846 53 Jahre und 2 Monate alt. Ferdinand (5. Generation) wurde 46 Jahre und 4 Monate alt. Alle Familienväter hinterliessen Frauen und Kinder. Die erste Frau von Urs Mühlethaler, Marie geb. Grossenbacher (4. Generation), starb mit 32 Jahren, vielleicht im Kindbett. Die übrigen 3 Frauen, bei denen die Lebensdaten bekannt sind, starben mit fast 80, 72 und 75 Jahren.

13.2.2. Berufe und Wohnorte

Beim ältesten Vorfahren ist der Beruf nicht bekannt. Bei den andern werden als Berufe angegeben: Schuhmacher (2. Generation), Alt Bannwart (3. Generation) und 2 Wirte im «Rössli» Hermiswil (4. und 5. Generation). Der Schuhmacher und der Bannwart haben vermutlich nebenher noch einen kleinen Landwirtschafsbetrieb für die Selbstversorgung betrieben. Die 2 Wirte waren auch noch Bauern. Zum Gasthof «Rössli» gehörte ein grosser Bauernhof, der vom Wirt und seinen Angestellten geführt wurde. Die Wohnorte der Vorfahren sind Bollodingen BE und ab 1820 Hermiswil BE.

13.2.3. Hermiswil

Hermiswil ist ein Nachbardorf von Bollodingen. Es liegt im Önztal zwischen Steinhof und Homberg/Guldisberg, 4 km südlich von Herzogenbuchsee. In einer Urkunde vom 20.4.1289 wird der Ortsname zum ersten Mal erwähnt als „Hermanswile“. (19) Später erscheint die Bezeichnung Hermannswyl (1386) und um 1784 Hermiswyl. Der Ortsname geht auf den altdeutschen Personennamen Hariman zurück und bedeutet somit „beim Gehöft des Hariman“. (20) Ortsnamen auf – wil wie sie im Langetental in grosser Zahl und auch in der Umgebung von Herzogenbuchsee auftreten, dürften eine Ansiedlung von Alemannen im späten 7. und frühen 8. Jahrhunderts bezeugen. (21) Wahrscheinlich gehörte Hermiswil seit dem Mittelalter den Herren von Stein, welche unter der Oberhoheit der Kyburger standen. Durch eine Erbschaft kam das Dorf 1466 an die Stadt Solothurn. Erst mit der Unterzeichnung des Wyninger Vertrages im Jahr 1665 gelangte Hermiswil unter Berner Herrschaft und wurde der Landvogtei Wangen sowie dem Gerichtskreis Bollodingen zugeordnet. (22)

“Hermiswil ist im seltenen Fall, im Gemeindewappen das Tier aus einem Wirtshausschild zu führen (In Blau ein aufgerichtetes silbernes Pferd) Das „weisse Rössli“ stammt aus dem Aushängeschild des Hermiswiler Gasthauses.“ (23)
Hermiswil hatte im Jahr 1850 155 Einwohner und im Dezember 2015 noch 93 Einwohner. Hermiswil wurde am 1. Jan. 2016 in die politische Gemeinde Seeberg eingemeindet.
Diese Gemeinde hat 1545 Einwohner, Stand 31.12.2017. (24)

13.3. Der frühe Tod des Ernährers

Die Mühlethaler Väter und Ehemänner der 2.-5. Generation sind früh verstorben. Sie hinterliessen unmündige Kinder. Im 18. und 19. Jahrhundert war das sicher nichts Aussergewöhnliches. Der Tod des Vaters war für die Familie aber sehr einschneidend. Je nach den wirtschaftlichen Verhältnissen hat der vorzeitige Tod des Ernährers zu einer Verarmung der Restfamilie geführt.

13.3.1. Ein Armutsrisiko

In den 3 ersten Generationen gehörten die Mühlethaler-Vorfahren zur Unterschicht. Wenn dann der Ernährer noch vorzeitig starb, führte dies endgültig in die Armut.

Andreas Mühlethaler (2. Generation) starb 1765 an einer Brustfellentzündung: «Am 06.06.1765 ist gestorben nach Mittag zwischen 2 und 3 Uhr Andreas Mühlithaler von Bolodingen, der Schuhmacher, maritus (Ehemann) an Brustfellentzündung (pleuritide)». Bei der Brustfellentzündung (Pleuritis) unterscheidet man zwischen infektiösen Formen, die bakteriell, viral oder mykotisch (durch Pilze) bedingt sind und nicht infektösen Formen, z. B. nach einer Lungenembolie oder Lungenkrebs. Früher war die tuberkulöse Pleuritis sehr häufig. Symptome der Krankheit sind Schmerzen im Brustraum, Atemnot und ein «Lederknarren», der beiden aufeinander reibenden Pleurateile (Reiben der Schleimhäute). Blutiger Auswurf, Fieber, Hustenreiz können als Begleitsymptome auftreten.(25). Eine wirksame Behandlung war damals offensichtlich nicht möglich. Falls es eine tuberkulöse Pleuritis war, stellt sich die Frage, in wie weit soziale Faktoren den Ausbruch der Krankheit begünstigt haben. Die Schuhmacherfamilie gehörte zur ländlichen Unterschicht. Die Ernährung war vermutlich schlecht und einseitig und deshalb hatten Angehörige der Unterschicht oft ein geschwächtes Immunsystem. Die räumlichen Wohnverhältnisse waren bei der ärmeren Bevölkerung in der Regel enger und unhygienischer als bei wohlhabenden Bauernfamilien: Wenn event. die ganze Familie in einem Raum schlafen musste und der Kranke den Auswurf ausspuckte, konnten sich durch die Tröpfchen die Erreger auf andere Familienmitglieder übertragen.

Urs (geb.1759) war offensichtlich das einzige überlebende Kind der Familie. Er war erst 6 Jahre alt, als sein Vater Andreas starb. Wie die Mutter Elsbeth Mathys sich und ihren 6-jährigen Sohn Urs ernähren konnte, ist mir nicht bekannt: Hat sie noch einmal geheiratet und ist unter einem andern Namen verstorben? Wurden sie und ihr Kind von Verwandten oder der Gemeinde unterstützt? Wurde Urs, als er älter war, bei einem reichen Bauern verdingt, wie das bei armen Familien oft der Fall war? Auf diese Fragen lassen sich keine gültigen Antworten finden.

Dieser Urs Mühlethaler (11.03.1759 – 20.02.1796), 3. Generation, hat am 11.05.1787 in Wynigen (Anna) Barbara Übersax geheiratet. Das Paar hatte 4 Kinder. Urs war von Beruf «Bannwart». Ein Bannwart ist eine offizielle Aufsichtsperson im ländlichen Bereich…»Es ist ein Flur-, Wald- oder Reb-Hüter. Der Bannwart hat historisch gesehen die Funktion, im Auftrag einer Grundherrschaft, die Einhaltung der obrigkeitlichen Vorschriften zu überwachen; er nahm auch untergeordnete Amtsfunktionen wahr.“ Bann bedeutet ursprünglich «obrigkeitliches Gebot oder Verbot unter Strafandrohung.“ (26) Urs Mühlethaler war eine Aufsichtsperson im Forstwesen. Er war „Angestellter“ z.B. von einer Korporation oder Markgenossenschaft etc. Vermutlich betrieb er daneben noch einen kleinen Bauernbetrieb zur Selbstversorgung. Eigentlich hätte er somit ein geregeltes bescheidenes Einkommen gehabt. Es heisst nun aber im Totenrodel: „Alt Bannwart“, d.h. gewesener Bannwart. Urs starb mit knapp 37 Jahren. Was war geschehen? War er verunfallt, z.B. im Wald oder war er lange krank gewesen? Warum hat er den gesicherten Posten aufgegeben? Das jüngste Kind Elisabeth, «des Urs selig» kam am 3.04.1796, zwei Monate nach dem Tod des Vaters auf die Welt. Das kleine Mädchen hat nicht lange gelebt, es starb mit 2 1/2 Jahren. Die drei älteren Kinder waren beim Tod des Vaters unter 10 Jahre alt: Andreas 8 Jahre; er starb vermutlich schon im Kindesalter; Anna Barbara 7 Jahre. Sie starb mit 13 Jahren. Urs war 3 Jahre alt, als der Vater starb. Von den 4 Kindern hat vermutlich nur Urs überlebt. Was der frühe Tod des Ehemannes für wirtschaftliche Folgen für die Witwe (Anna) Barbara Übersax hatte, lässt sich nicht feststellen. Vermutlich war ihre Lebenssituation prekär. (Anna) Barbara Übersax hat nicht ein zweites Mal geheiratet. Sie starb am 19.05.1840 fast 80jährig als Witwe.

13.3.2. Ein plötzlicher sozialer Aufstieg

In der 2. und 3. Generation gehörten die Mühlethaler-Familien der unteren Bevölkerungsschicht im Dorf an. Die prekäre wirtschaftliche Lage wurde durch den frühen Tod der Familienväter noch verschärft. Umso erstaunlicher ist es, dass in der 4. Generation Urs Mühlethaler (10.02.1793 – 18.04.1846), Ursens Sohn von Bollodingen und der Barbara Übersax von Thöringen 1820 das Wirtshaus zum „Weissen Rössli“ in Hermiswil kaufen konnte. Verkäufer war Johannes Übersax, Wirt und Säckelmeister. Das „Rössli“ war nicht irgendeine unbedeutende Schenke, sondern ein repräsentativer Gasthof. Der Wirt hatte im Dorf eine wichtige soziale Stellung. Als Vertreter des Gemeinderates war er eine angesehene Persönlichkeit, die Einfluss im Dorf hatte. Gemäss Gemeinderatsprotokoll war der Rössliwirt ab 1829 automatisch im Gemeinderat vertreten. Wie war dieser soziale Aufstieg möglich? Denkbar wäre, dass Urs eine begüterte Frau geheiratet hätte, er war zweimal verheiratet; oder dass er eine Erbschaft gemacht hätte. Am wahrscheinlichsten scheint mir, dass zwischen dem Verkäufer Johannes Übersax und dem Käufer Urs Mühlethaler eine verwandtschaftliche Beziehung bestand. Die Mutter von Urs war eine geborene Übersax. Trotz Nachforschungen bei den nächsten Verwandten von Johannes Übersax in den alten Kirchenbüchern habe ich für diese Annahme keine direkten Belege gefunden. Wenn meine Hypothese stimmt, dann ginge wohl die Verwandtschaft auf Samuel Übersax, Wirt und Postreiter zurück. Eine andere Möglichkeit wäre, dass Urs Mühlethaler einen einflussreichen Gönner hatte. Einer seiner Paten war Hans Schneeberger, Weibel zu Ochlenberg. Es wäre denkbar, dass diese Amtsperson Beziehungen hatte zu reichen, einflussreichen Persönlichkeiten. Urs Mühlethaler (10.02.1793 – 18.04.1846) 4. Generation war zweimal verheiratet. Seine erste Frau Marie geb. Grossenbacher (13.08.1797 – 30.11.1829) starb jung. Von den 4 Kindern aus dieser Ehe hat nur eines das Erwachsenenalter erreicht. Urs Mühlethaler hat in zweiter Ehe Anna Aeberhard (14.01.1792 – 18.03.1864) geheiratet. Diese Kinder erreichten mit Ausnahme der ältesten Tochter Anna alle das Erwachsenenalter. Auch Urs (4. Generation) starb relativ früh und liess nach seinem Tod 4 unmündige Kinder aus zweiter Ehe im Alter von 12, 11, 8 und 6 Jahren zurück. Da die Familie Mühlethaler seit 1820 im Besitz des Gasthofs «Rössli» in Hermiswil war, hatte der Tod von Urs Mühlethaler mit 53 Jahren vermutlich weniger einschneidende wirtschaftliche Konsequenzen gehabt als bei den vorherigen Generationen. Ich gehe davon aus, dass Anna Mühlethaler geborene Aeberhard den Gasthof mit Hilfe von Angestellten weitergeführt hat, bis ein Sohn die Nachfolge antreten konnte. Zuerst hat der Jüngste, Friedrich (20.11.1840 – 03.05.1870) den Gasthof betrieben. Er starb mit 30 Jahren. War es ein Unfall oder ein Suizid? Verwandte erzählen, Friedrich habe sich in einem psychotischen Wahn-Akt zum Fenster hinaus gestürzt. Er soll davon überzeugt gewesen sein, er könne fliegen.

1870 übernahm Ferdinand Mühlethaler (08.04.1835 – 31.07.1881) 5. Generation die Leitung des Gasthofs «Rössli». Er war seit 1864 mit Magdalena Jost (18.09.1835 – 03.06.1910) verheiratet. Das Paar hatte 9 Kinder. Anna, die älteste Tochter starb mit 2 Jahren. Die übrigen Kinder erlebten alle das Erwachsenenalter. Bei seinem Tod mit 46 Jahren hinterliess Ferdinand seine Frau und 8 unmündige Kinder im Alter von 15, 14, 13, 12, 10, 8, 6 und 3 Jahren. Auch hier hat die Witfrau den Gasthof weiterbetrieben und konnte so ihre Familie ernähren. Später soll die Tochter Anna bis 1917 oder 1918 das «Rössli» weitergeführt haben. (27)

13.4. Die Geschichte des Gasthofes zum „weissen Rössli“

Seit dem Mittelalter gehörten in der Regel eine Taverne und eine Mühle zu einem Dorf. Ich möchte am Beispiel des «(Weissen)* Rösslis» in Hermiswil die Bedeutung eines Gasthauses im 17. und 18./19. Jahrhundert aufzeigen. (28)

13.4.1. Alter der Taverne

Erstmals wird die Gastwirtschaft „zum Weissen Rössli“ in Hermiswil 1639 urkundlich erwähnt. (29) Es ist wahrscheinlich, dass das Gasthaus sogar noch älter ist. In den Ratsmanualen des damals noch zu Solothurn gehörenden Hermiswil (1608-1647) wird schon 1620 von einem Wirt zu Hermiswil berichtet. (30) Das „Weisse Rössli“ ist das älteste Haus in Hermiswil. Das Baujahr ist nicht bekannt. Gewisse Teile könnten ca. 450 Jahre alt sein. (31) Die Deckenmalerei im Sääli im 1. Stock ist besonders erwähnenswert. Im Obergeschoss des spätbarocken Gasthauses kann man noch heute einen repräsentativen Raum mit barocker Deckenmalerei mit Tiermotiven bewundern. Diese Jagdstube gehört zum ältesten Kern des Gasthofes, der aus dem frühen 17. Jahrhundert stammt. (32) In diesem ehrwürdigen Raum fanden Gerichtsverhandlungen und später die Gemeinderatsversammlungen statt.

„Das Gasthaus an der damaligen Haupt- und Heerstrasse nach dem Aargau beherbergte in der altbernischen Zeit – abwechslungsweise mit dem Gasthaus zu Hegen – die Gerichtssässen des Gerichts Bollodingen-Egerden und ihre mit allerhand Sorgen beladenen Kunden.“ (33) Im 17. und 18. Jahrhundert war der Gasthof zum „weissen Rössli“ eine Pferdewechselstation. (34). Zum Gasthaus gehörten Stallungen, ein Bauernhof und ein Stöckli.

13.4.2. Rechtliche Situation

Im Alten Bern gab es ein Regelwerk für das Wirtshauswesen. In einer „Wirtshausordnung“ von 1628 hat die Berner Obrigkeit mit Mandaten und Weinsteuern etc. Regeln für das „Gastgewerbe“ aufgestellt. Die Wirte mussten auf die Ordnung einen Eid schwören: “Gelobend an eidsstatt die wirt und wirtinen unseren gnedigen herren der statt Bern als irer natürlichen oberkeit iren amptlüten trüw und wahrheit zeleisten, gottes ehr bevorab, demnach derselben irer gnedigen oberkeit nutz zefürderen und schaden zewenden, iren potten und verpotten, mandaten, ordnungen und satzungen getrüwlich zegehorsammen und darob styff zehalten.“ In neun Punkten werden detaillierte Angaben über die Pflichten der Wirte und Wirtinnen gemacht: Z.B. wen sie beherbergen dürfen und wen nicht: „argwönige persohnen, wie ouch huren und buben, und insbesondere persohnen, so mit frantzosen und anderen erbsuchten behafft, nit beherbigen, ouch inen weder essen noch trincken geben, sondern sie angentz hinweg- und abwysen“. Die Wirte sollten die ehrbaren Gäste nach Gebühr empfangen und „niemanden mit der urti (Rechnung) übernemmen„ und sie am End „mit heuw und haber, ouch anderer notwendigkeit wol verseehen“. Die Öffnungszeiten waren im Winter bis um zehn Uhr abends und im Sommer bis neun Uhr. Auch die Qualität des Weins wird genau vorgegeben. Es gibt beim Wein Angaben über das Mass „pindten mass“ „im wyn und haber gut mäss halten und nit thürer geben, dann er geschetzt ist, in sonderheit die kindbetteren und alte betagte lüth mit gutem wyn versorgen“. (35)

Im Wirtshausverzeichnis von 1626 ist das „weisse Rössli“ in Hermiswil nicht aufgeführt, denn Hermiswil gehörte damals noch nicht zum Staat Bern. In späteren Verzeichnissen ist die Taverne „Zum Rössli“ in Hermiswil erwähnt (36). Nach dem Wechsel von Hermiswil zu Bern hat der Staat Bern 1673 das Wirtshaus „Zum Rössli“ bestätigt: “1673 November 14. Tavernenrecht mit wirthen und beherbergen für das bereits bestehende Wirtshaus“ Zum Rössli“ in Hermiswil.“ (37) In einem Verzeichnis der Wirtschaften in den Ämtern des deutschen Kantonsteil (1628-1786) heisst es bei der Taverne „Zum weissen Rössli“ in Hermiswil unter der Rubrik „Titel und Rechte“: „Urbar, Schaalrecht (Schlachtrecht) zum
Hausgebrauch laut Übung“. (38)

Im Alten Bern unterschied man zwischen Tavernen, Pinten, Schenken und „Bedli“ (Bäder)… Zuoberst in der Wirtshaushierarchie standen die Tavernen. Im Gegensatz zur Pinte durfte in der Taverne neben Getränken kaltes und warmes Essen ausgegeben werden. Gäste durften nur in der Taverne über Nacht beherbergt werden. Die Taverne war an eine Liegenschaft gebunden. Sie wurde vom Grund-Territorialherr bzw. der Gemeinde gegen Zinsen und Dienstleistungen an Wirtspersonen verliehen (Ehaft). Dies geschah manchmal nur für ein Jahr, im besten Fall aber auf Erbrecht. Weniger umfangreiche Privilegien genossen die Pinten. Sie durften nur Wein, Branntwein und kalte Speisen abgeben. Die Pinten erforderten geringeren Kapitaleinsatz und versorgten vor allem die lokale Bevölkerung. „Eine Untergruppe davon bildeten die Schenken obrigkeitlicher Amtsträger (manchmal sogar von Pfarrherren), die gewissermassen „ex officio“ den Bern abzuliefernden Zehntwein verzapften.“ Trotz zahlreicher Verordnungen wurde oft illegal gewirtet. Die sogenannten „Winkelwirte“ hatten keine obrigkeitliche Erlaubnis und ihre Trinkstätten waren nicht dauerhaft in Betrieb. Die Bäder dienten medizinischen Zwecken, dort war der Ausschank auf den Sommer und die Kurgäste beschränkt. (39)

Das „Weisse Rössli“ war eine Taverne mit Schalrecht (Schlachtrecht). Sie stand auf einem fixen Grundstück. Der Wirt durfte seinen Gästen Getränke, kalte und warme Speisen auftragen. Er war befugt sie auch in der Nacht zu beherbergen. Im „Rössli“ gab es vier Gästezimmer. Der Rössli-Wirt konnte das Wirtshaus/die Taverne an seine Nachkommen weitervererben.

13.4.3. Konsumgewohnheiten

Im 17. und 18. Jahrhundert konsumierten die Gäste in den Tavernen, also auch im „Weissen Rössli“, vorwiegend Weisswein. In den Pinten dominierte der lokale Landwein, der zwar billig, aber auch etwas säuerlich war Die Patrizier bezogen ihren Wein aus eigenen Rebbergen im waadtländischen Untertanengebiet. Dieser Wein war von höherer Qualität. Im Weinhandel engagierte Patrizierfamilien verkauften diesen edlen Wein im ganzen Land. Die Wirte der Tavernen hatten vermutlich beide Weinsorten im Angebot. Sie lieferten auch den Abendmahlwein für die Kirche. „Der Weinkonsum war im 17. Jahrhundert hoch. Durchschnittlich wurde von der Bevölkerung pro Person und Tag 1 – 1,5 Liter Weisswein getrunken. Der Wein galt den Zeitgenossen als wertvolles Stärkungsmittel bei Krankheit, Schwangerschaft, Wochenbett oder Schwächezuständen. 1 Mass Wein (1,6 l) kostete 1/3 des Tageslohns eines Landarbeiters. Daneben wurde Schnaps ausgeschenkt. Bier kam in dieser Region erst ab ca. 1800 in den Verkauf. (40). Im Wirtshaus verkehrten Frauen und Männer. Frauen gingen in Begleitung hin und sie blieben nicht bis spät in die Nacht. (41)

13.4.4. Gerichtsort

Zum Gericht von Bollodingen-Egerden gehörten die Orte Bollodingen, Ochlenberg, Juchten, Loch, Hermiswil. Tagungsorte waren im Wechsel das «Rössli» in Hermiswil und der Gasthof zu Hegen. Der Vorsitz führte der Landvogt von Wangen oder sein Weibel. Dem Gericht gehörten 12 Gerichtssässe an. Es war zuständig für die Niedergerichtsbarkeit. (42) Das Gericht gehörte zur Landvogtei Wangen und bestand bis zum Untergang der Alten Eidgenossenschaft. Die Bezeichnungen Hoch-(Bluts-) oder hohe Gerichtbarkeit und Niedergerichtbarkeit (niedere Gerichtsbarkeit) sind Begriffe aus dem mittelalterlichen Rechtswesen. Bei Kapitalverbrechen war das hohe Gericht zuständig. (43) “Die niedere Gerichtsbarkeit befasste sich in der Regel mit geringeren Delikten des Alltags, die mit Geldbusse und leichteren Körperstrafen sühnbar waren. Dazu gehörten der Pranger, das Tragen des Lästersteins, sowie der Schandpfahl.“ (44) Es wurden alle Arten von Eigentums- und Erbangelegenheiten verhandelt. Des Weitern wurden einfache Körperverletzungen, Sachbeschädigungen, Korruption, Kuppelei, Beschimpfungen und Beleidigungen, Verstösse gegen die Flur-und Waldordnung und kleinere Vergehen geklärt. Als Beispiel ein Fall (vom 18. April 1752), der vom Gericht Bollodingen-Egerden in Hermiswil behandelt wurde. Der Weibel Andreas Fridli und zehn Assessoren waren anwesend, darunter auch Samuel Übersax als „Gerichtsäss“. Er war der „Rössliwirt“ und daneben noch Postreiter. Es geht in diesem Gerichtsfall um einen Streit zwischen Johannes Affolter, Gerichtssäss von Grasswyl und dem Kläger, Jacob Mathys, Wundartzt und Chirurgus zu Seeberg. Sie streiten sich darüber, was nach Grossvater Hans Mathys Tod mit dem verlassenen Lehen und den anderen Güter geschehen soll. Es scheint in dieser Sitzung vor allem um eine Bestandes-Aufnahme und um einen Mediationsversuch gegangen zu sein. Dem Kläger wurde das Recht ausgelegt und er erhielt Bedenkzeit. Beide Parteien erhielten eine Abschrift des Urteils „sub Sigillo“, also unter dem Siegel der Verschwiegenheit. Unterzeichnet ist der Eintrag von Hans Fridli und Hans Schneeberger, zwei der zehn anwesenden Assessoren. (45)

Neben der weltlichen gab es noch die geistliche Gerichtsbarkeit, genannt Chorgerichte oder Sittengerichte. Sie wurden per Mandat vom 21. Juni 1528, nach der Einführung der Reformation im Stadtstaat Bern, eingeführt. Die Chorgerichte beurteilten sittliche Vergehen. Es gab viele Erlasse, die das Trinken, Tanzen und auch das Kartenspielen verbieten wollten. Im 17./ 18. Jh. waren 70 Prozent, der in den Chorgerichts-Akten erwähnten Fälle, Wirtshausvergehen, wie Alkoholmissbrauch, Schlägereien, Beleidigungen und unerlaubte Tanzveranstaltungen. Oft wurden in der Folge Wirtshausverbote oder Bussen ausgesprochen. Ein Wirtshausverbot war für die Menschen der vormoderne Gesellschaft eine tiefe ehrenrührige Strafe.(46) Andere häufige Vergehen, die von den Chorgerichten geahndet wurden, waren z.B. Ehebruch und Gotteslästerung.

13.4.5. Post – und Pferdewechselstation

Bis 1764 lag Hermiswil an der Hauptstrasse „Bern – Burgdorf – (Hermiswil) – Langenthal – Aarau. Dies war die Hauptverbindung mit dem Aargau, bernischem Untertanengebiet. Sämtlicher Reise- und Postverkehr ging, bzw. ritt oder fuhr über die „Kastenstrasse“ bei Hermiswil vorbei.

Der erste Postkurs in der Schweiz führte 1735 von Bern nach Zürich, über Burgdorf – Hermiswil – Langenthal und Aarau. Der Gasthof zum „Weissen Rössli“ zu Hermiswil wurde als Wechselstation für Pferde von Postkutschen benützt. (47) „Der von 4 Pferden gezogenen Postwagenkurs konnte vier Personen und zehn Zentner Ware mitführen. Er verkehrte wöchentlich einmal und durfte eine Fahrzeit von sechs Tagen hin und zurück benötigen…. Bei den Distanzen rechnete man mit der Wegstunde von zirka 4,8 km“. (48) Das Reisen mit der Kutsche muss in früherer Zeit sehr mühsam gewesen sein. Die Kutschen waren eng mit harten Bänken und trotz der Federung wahre Rumpelkisten. Mozart z.B. klagt 1780 auf einer Reise: „Dieser Wagen stösst einem noch die Seele heraus! Und die Sitze! Hart wie Stein!.. (49)

Der Reise-und Postverkehr, Post der Fischer 1675-1832 wurde ursprünglich von einer Privatperson organisiert:„Das Postunternehmen, das der Berner Patrizier Beat Fischer 1675 gründete, wurde vom bernischen Staat über 150 Jahre lang immer wieder an die Familie Fischer verpachtet. Die Fischerpost betrieb auch die Post anderer Kantone, so dass ihr Postnetz weite Teile der Eidgenossenschaft überzog und einen wichtigen Bestandteil des europäischen Kommunikationsnetzes darstellte. Die Fischerpost nahm damit im nationalen wie im internationalen Verkehrs-und Postwesen von Ende 17. bis Anfang 19. Jahrhundert eine bedeutende Stellung ein.“ (50)

Mit dem Bau der neuen Hauptstrasse Bern-Zürich über Kirchberg – Herzogenbuchsee verlor Hermiswil an Bedeutung. Die neue Strasse wurde 1764 eröffnet. (51) Der 10-jährige Mozart ist auf seiner Schweizer Reise 1766, nicht in Hermiswil vorbei gekommen, sondern er fuhr über Kirchberg – Langenthal nach Aarburg.

13.4.6. Postablage

Seit 1763 bestand eine Postablage im „weissen Rössli“. Der Austausch von Nachrichten wurde durch Reitboten getätigt. Samuel Übersax, ein Vorgänger Wirt Ende 18. Jahrhundert und vermutlicher Verwandter von Urs Mühlethalers Mutter Barbara geborene Übersax, war ein solcher Postreiter. Er liess sich in einer Schliffscheibe, die einen Postreiter mit Posthorn darstellt, verewigen. Auf der Scheibe steht: „Samuel Übersax, Bost Reüter und Rössliwirth zu Hermiswil und Barbara Marti sein Ehgemahl“,1763. (52) Aus dem zitierten Gerichtsprotokoll lässt sich herauslesen, dass Samuel Übersax auch noch Gerichtssässe war.

Auf dem Land war die Verbindung von Postdienst mit andern Gewerben und Handwerken üblich. „Wirte und Schmiede zeigten sich dabei (erneut) bevorzugt, da sie die Postverteilung übernehmen konnten und auch in der Lage waren, Reisende zu verköstigen, unter Umständen auch über Nacht zu beherbergen, vielleicht einen Pferdewechsel zu betreuen oder die Pferde mit neuen Hufeisen zu versehen oder defekte Kutschen zu flicken.» (53) Auch im 19. Jahrhundert waren die «Rössli»-Wirte Urs und Ferdinand Mühlethaler für die Postverteilung zuständig.

13.5. Mühlethaler, Wirte im «Weissen Rössli» im 19. Jahrhundert

Von 1820 bis 1918 war das «Rössli» in Hermiswil im Besitz der Familie Mühlethaler. Auch wenn dem Gasthof als Pferdewechselstation und Absteigeort für Reisende nicht mehr die gleiche Bedeutung zukam wie früher, erfüllte das «Rössli» auch im 19. Jahrhundert noch viele wichtige Funktionen.

13.5.1. Freizeitort, Kommunikations- und Informationszentrum

Der Gasthof war ein Ort der Geselligkeit und des Informationsaustausches. Die Menschen tranken gemeinsam Wein und vergnügten sich. Es fanden Tanzanlässe statt. Zu einer Zeit, da es noch keine anderen Kommunikationskanäle gab, waren die Dorfbewohner darauf angewiesen, einen Ort zu haben, wo sie Informationen auszutauschen konnten. Sie trafen sich im «Rössli» und besprachen das gesellschaftliche Leben und die politischen Ereignisse. Manchmal wurde auch am Wirtshaustisch direkt Politik gemacht. Die Menschen trieben Handel und wickelten Geschäfte ab. Manchmal wurden Verträge abgeschlossen. Reisende machten auch noch im 19. Jh. einen Zwischenhalt, und haben vielleicht im «Rössli» übernachtet. Der Gasthof war auch ein Ort für die Partnersuche. Hier wurden Eheversprechen abgegeben etc. (54) Das Gasthaus stand im Zentrum des sozialen Lebens des Dorfes.

Es war ein grosser Gasthof mit Stallungen und einem Bauernbetrieb. Urs Mühlethaler muss viele Dienstboten gehabt haben, um den Grossbetrieb zu führen: Karrer (Pferdeknechte); Melker; Jungfern; Herdknechte etc. Bis anfangs 20. Jahrhundert wurde im Rössli noch selber geschlachtet. Der zum Gasthaus gehörende Bauernhof lieferte die Grundnahrungsmittel für die Küche.

13.5.2. Die Eisenbahn verdrängt die Postkutsche

Die Hauptroute für die Postkutschen führte im 19. Jahrhundert zwar nicht mehr bei Hermiswil vorbei. Zur Zeit von Urs Mühlethaler (4. Generation) fuhr aber immerhin noch eine Postkutsche täglich vorbei „1832 zur Zeit des kantonalen Postwesens (1832 – 1849) existierte ein täglicher Eilkurs Bern – Schönbühl – Burgdorf – Hermiswil – Langenthal – Zofingen – Aarau und zurück mit Halt in Burgdorf zum Ein-und Aussteigen von Reisenden und zur Postauswechslung, jeweils um 10.00 Uhr ab Burgdorf in Richtung Aarau und um 18.00 Uhr ab Burgdorf in Richtung Bern. In den 1850er – Jahren fuhren sogar täglich zwei Eilkurse. (55) Es ist anzunehmen, dass das Rössli in Hermiswil immer noch als Pferdewechselstation gedient hat. Man kann noch heute neben dem Gasthof die Stallungen sehen, wo die Pferde eingestellt bzw. gewechselt wurden.

Mit dem Bau der Eisenbahn in der Mitte des 19. Jahrhunderts nahm die Bedeutung der Postkutschen ab. 1858 fuhr der erste Zug Zürich – Bern in 5 Stunden 47 Minuten. Er raste an Hermiswil vorbei. Dort hatte es eine Barriere, die von Hand bedient werden musste. Hermiswil wurde nun verkehrstechnisch unbedeutend.

Seit 1763 bestand eine Postablage im „Weissen Rössli“. Auch Urs und später Ferdinand Mühlethaler waren für die Postverteilung zuständig. Ab 1869 bis 1913 gab es eine Bundespost-Ablage im Gasthof Rössli. Danach war die Post bis 1947 im Rössli-Stock. (56)

Nach dem frühen Tod von Urs (4. Generation) hat seine Ehefrau Anna Mühlethaler geborene Aeberhard den Gasthof weiter geführt hat. Friedrich der jüngste Sohn, der später den Gasthof betrieben hat, war beim Tod des Vaters 6 jährig. Friedrich starb mit 30 Jahren. 1870 übernahm Ferdinand (08.04.1835 – 31.07.1881) 5. Generation verheiratet mit Magdalena geborene Jost (18.09.1835 – 03.06.1910) das „Weisse Rössli“. Es sind die Urgrosseltern von meinem Mann, die in den folgenden Jahren gewirtet haben. Ein Nachkomme und Verwandter besitzt ein Ölgemälde. Darauf ist Magdalena Mühlethaler geborene Jost in einer Berner Tracht zu sehen. Das Brustbild zeigt eine ältere Frau mit einem markanten Gesicht mit Mittelscheitel. Auf der Rückseite des Bildes steht auf einem Zettel: «Magdalena war Tochter des Regierungsstatthalters Jost». Die Familie scheint begütert gewesen zu sein, sonst hätte sie sich nicht ein solches Bild leisten können. Nach dem frühen Tod 1881 von Ferdinand Mühlethaler führte Magdalena Mühlethaler geb. Jost den Gasthof weiter. Nach Auskunft des früheren Rössliwirts, Herr Gerber hat später die Tochter Anna (23.09.1869 – 09.12.1947), eine Schwester von Marie bis 1917 den Gasthof geführt. Später war sie Gouvernante in der Brauerei in Langenthal. 1918 od. 1919 verkauften Mühlethalers den Gasthof. Die Nachfolger waren Pauli (1919 – 1924), Schärer (1925 – 1930) und ab 1931 Familie Gerber. (57) Fritz Mühlethaler (16.06.1866 – 13.12.1945), ein Bruder von Marie hat den Bauernhof übernommen. Er blieb unverheiratet. Die jüngste Schwester Frieda war Posthalterin in Hermiswil. Sie wohnte mit ihrer ebenfalls ledigen Schwester Bertha im Stock (Stöckli). Dort befand sich jetzt auch die Poststelle. Bertha versah den Barrierendienst des Bahnübergangs in Hermiswil.

13.5.3. Regionale Bedeutung noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war das «Weisse Rössli» noch über das Dorf Hermiswil hinaus ein Anziehungspunkt für viele Besucher. Der Enkel, Hans Rentsch erinnert sich an das Schnitterfest:
„Jeden Sommer wurde in Hermiswil der Schnittersonntag durch ein Fest begangen. Der Gasthof „Weisses Rössli“, das Geburtshaus der Mutter, hatte einen alten, guten Ruf. Von weit her strömten vergnügungsfreudige Besucher herbei. Grösster Anziehungspunkt war Scheideggers Rösslispiel. Das stand auf dem Dorfplatz und drehte sich zur Freude von jung und alt im Kreise herum. Das Gedudel und Georgel hörte man bis in den Stock hinüber, wo unsere Tanten wohnten. Welch ein Glück in einem Gutschli oder auf einem Rössli zu sitzen und sich herumsausen zu lassen. Auf dem Platz wurde um Lebkuchen „gezwirbelet“, und oben im Saal drehte sich das Jungvolk im Tanz. Als Wirtstochter, die von Kindsbeinen an jeden Schnittersonntag miterlebt hatte, kam die Mutter vor der Zeit in eine freudvolle Spannung und gewöhnlich unternahm sie mit uns die Reise. Das brachte Abwechslung in die „gommenmattliche“ Einsamkeit.“ (58). Die Schilderung betrifft ein Schnitterfest in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts.

Quellenangaben:

1 «Die Herkunft der Namen», Radio SRF 1
2 «Oberaargau», Wikipedia
3 «Chriesi-Chirschi-Grabe» , BZ Berner Zeitung vom 8.08.2016 Sprachatlas der Deutschen Schweiz 5/116 «ja»
4 Gotthelf Jeremias «Der Besuch» , 1854
5 (s. 2)
6 «Bollodingen», Wikipedia
7 (s. 6)
8 Flatt Karl H. «Die Errichtung der Bernschen Landeshoheit über den Oberaargau», S. 11
9 (s. 6)
10 (s. 8) S. 104
11 Kunz Jakob «Zur Ortsgeschichte von Bollodingen» 1889, umgeschrieben und kommentiert von Gfeller Walter
12 Herrmann Samuel «Die Gemeindewappen des Amtsbezirks Wangen», JbO, 1970, S. 51
13 (s. 11)
14 Gfeller Walter, Lokalhistoriker, Info. zu «Kastenstrasse»
15 Inventar der historischen Verkehrswege (IVS BE 602)
16 Schneider Hanspeter «Die Hohlwege von Bollodingen», JbO Bd 35, 1992, S. 42 u. ff.
17 1. Kirchenbuch von Herzogenbuchsee
18 Metzger Therese, schriftl. Angaben 2017
19 Urkunde vom 20.04.1289., Staatsarchiv Luzern
20 «Hermiswil», Wikipedia, Dubler Anne-Marie 2001 «Hermiswil», im Historischen Lexikon der Schweiz
21 (s. 8) S. 12
22 Verzicht auf die Landesherrschaft im Amt Kriegsstetten. Hermiswil kommt an Bern («Wynigervertrag»)1665 Oktober 30, StAB, Dubler Anne-Marie «Das Recht im Oberaargau» S.507
23 (s. 12) S. 54/55
24 «Seeberg», Wikipedia (s. 20)
25 «Pleuritis», Wikipedia
26 «Bannwart», Schweizerisches Idiotikon
27 «Nachfolge» Herr Gerber, früherer Rössliwirt, mdl. Info.
28 Rentsch-Senn Theres «Gasthof zum weissen Rössli in Hermiswil», in JbO 2018, S. 80 – 95
29 (s. 12) «Hermiswil» S. 54/55
30 Ratsmanual 1608 – 1647 «Hermiswil» , Staatskanzlei Solothurn
31 Lüthi Erika «Rössli von Hermiswil» in Chronik von Hermiswil, 725 Jahre 1289 – 2014
32 Schneeberger Hansjürg «Rössli» , Bauinventar der Gemeinde Hermiswil, Denkmalpflege des Kantons Bern, 2004
33 (s. 8) «Gericht Bollodingen-Egerden» S. 104/105
34 (s. 31)
35 «Der wirten und wirtenen eidsgelübd», StAB BV 142, Reformation der Wirtschaften, 1628, Abschriften und älterer Erlasse und späterer Verfügungen, S. 206
36 «Die Tavernen und Pintenschenken», StAB BV 143 und 144, Amtsbezirk Wangen Tavernen Wirtschaften, Tabellen
37 «Anerkennung des Tavernenrechts» StAB, Sammlung Schweizerischer Rechtsquellen, II Abteilung die Rechtsquellen des Kantons Bern, «Das Recht im Oberaargau» bearbeitet von Dubler Anne-Marie S. 494/13
38 StAB, BV 146
39 Kümin B. Professor «Tavernen, Pinten», – Historische Trinkkulturen – Worber Wirtshausgeschichte, in Worber Post 12/2016
40 Kümin B. IG Worber Geschichte, Vortrag vom 27.10.2016 » «Speiss und wein nach recht und billigkeit zu halten», Weinkonsum», Drinking Matters, Public Houses and Social Exchange in Early Modern Central Europe», 2007 https «Drinking – studies wordpress.com,
41 (s. 39 u. 40) «Männer und Frauen»
42 Sammlung Schweizerischer Rechtsquellen, II Abteilung, Die Rechtsquellen des Kantons Bern, CIII, 2. Tabelle: Landvogteien und Niedergerichte im Oberaargau um 1780
43 «Gerichtswesen vor 1800», Wikipedia, Dubler Anne-Marie, 11.01.2018 «Gerichtswesen» in Historisches Lexikon der Schweiz
44 «Niedergerichtsbarkeit», Wikipedia
45 StAB , Bezirksarchiv Wangen (1313-1907) Gerichtsmanual des Gerichts Bollodingen, A 181 Band 1729-1757 «Gerichtsfall Hermiswil 1752 April 18»
46 (s. 39) u. (s. 40) «Wirtshausverbote»
47 Werren Hans Ulrich, früherer Gemeindepräsident von Hermiswil «Vergangenheit von Hermiswil», schriftliche Aufzeichnungen
48 Lindegger Hanspeter «Mit der Postkutsche durch den Oberaargau» in JbO Bd 33, 1990, S. 205,
49 «Brief an seinen Vater», Dokumentation für Lehrpersonen, Hg. Museum für Kommunikation, 2006 «Unterwegs mit Kutsche und Postauto», S. 3
50 Keller-Maeder Andreas, 1991″Die Post der Fischer (1675-1832), PTT Zeitschrift 8/91, S. 7
51 (s. 47)
52 «Postreiter mit Posthorn», Original im Museum für Kommunikation
53 (s. 50) «Wirte und Postverteilung» S. 88/89
54 (s. 39) «Soziale Funktionen der Tavernen»
55 (s. 47) «Täglicher Eilkurs»
56 (s. 31) «Bundespost-Ablage»
57 Ingold Hans Peter, Zusammenfassung der Protokolle der Schützengesellschaft Bettenhausen-Bollodingen «Aufgeführte Lokalitäten und Besitzer für die Vorstandssitzungen und Hauptversammlungen, 2017
58 Rentsch Hans «Jugenderinnerungen», erweiterte Auflage, Separatdruck aus dem Unter-Emmentaler, 1986, S. 10