3. Frauen

3.1. Lebensdaten

Von den insgesamt 59 Generationen gibt es in 43 Generationen vollständige Angaben zu den Lebensdaten der Frauen. Gemäss meiner Recherche hat keine Frau ein zweites Mal geheiratet. Bei den Männern haben sich fünf nach dem Tod ihrer Ehefrau wiederverheiratet. Ulrich Mühlemann (1687 – 1763) war sogar dreimal verheiratet. Es kommen durch die Wiederverheiratung noch von 5 Frauen Daten dazu, insgesamt sind es 48 Frauen.

Drei Ehepaare starben im gleichen Jahr. 26 Frauen überlebten ihre Männer als Witfrauen. Einige Frauen wurden über 70 oder 80 Jahre alt, und zwar schon im 18. und 19. Jahrhundert. Dies war übrigens auch bei den Männern der Fall. Ein paar Beispiele von über 80-jährigen Frauen: Maria Senn geb. Obrist, 86 Jahre (1758 – 1844), Anna Mühlemann geb. Häsler, 89 Jahre (1807 – 1896); Magdalena Rentsch geb. Eichenberger, 86 Jahre (1824 – 1910); Anna Barbara Mühlethaler geb. Übersax, 80 Jahre (1760 – 1840).

Es gibt mit einer Ausnahme keine direkten Hinweise, dass Frauen im Kindsbett gestorben sind. Aufgrund des Lebensalters bei ihrem Tod wäre es bei folgenden Frauen möglich: Verena Wehrli geb. Blatter verstarb mit 35 Jahren, das letzte Kind war 7 Jahre vor ihrem Tod auf die Welt gekommen, Tod im Kindsbett ist eher unwahrscheinlich; Verena Wehrli geb. Iberg verstarb mit 31 Jahren, sie starb bei der Geburt ihres ersten Sohnes (Johannes); Elisabeth Mühlemann geb. Ritschard verstarb mit 25 Jahren, bei ihr ist der Tod im Kindsbett wahrscheinlich, sie besass erst 1 Kind; Barbara Schlumpf geb. Keller verstarb mit 35 Jahren, eher unwahrscheinlich, da das letzte Kind 11 Jahre vor ihrem Tod auf die Welt kam; Anna Barbara Schlumpf geb. Elliker verstarb mit 33 Jahren, hier wäre der Tod im Kindsbett möglich; Marie Mühlethaler geb. Grossenbacher starb mit 32 Jahren, auch hier wäre es möglich. Aus meiner Sicht ist der Tod im Kindbett bei 1 Frau gesichert und bei 3 von 48 Frauen wahrscheinlich. Die hohe Kindersterblichkeit lässt sich nur vermuten: Überall dort, wo zwei Kinder denselben Vornamen tragen, ist davon auszugehen, dass das ältere Kind mit dem gleichen Vornamen gestorben ist. Dies kam öfters vor. Aus einer Statistik zur Säuglingssterblichkeit der Jahre 1675-95 und 1720-1728 aus der Kirchgemeinde Brienz geht hervor, dass nur 70% der Kinder das 1. Lebensjahr überlebt haben. (1) Ich gehe davon aus, dass die Kindersterblichkeit in andern Gemeinden ähnlich war.

So früh geheiratet, wie man gemeinhin annimmt, haben die Vorfahren nicht. In den meisten Fällen waren die Frauen und Männer bei der Heirat zwischen 20 und 30 Jahre alt. Drei Frauen waren bei der Eheschliessung 19 Jahre alt. In 2 Fällen waren die Männer unter 20 Jahre alt. Drei Frauen aus der Senn – Familie haben erst mit über 30 Jahren geheiratet; sie waren älter als ihre Männer. Es sind: Cäcilia Senn geb. Egg (1724 – 1797), sie war 34 Jahre alt, ihr Mann 30 Jahre. Sie bekam fünf Kinder, wovon mindestens eines im Säuglingsalter starb. Maria Senn geb. Obrist (1758 – 1844), sie war bei der Heirat 32 Jahre alt und 8 Jahre älter als ihr Mann. Mit 36 Jahren bekam sie das erste Kind und mit 42 Jahren das zweite. Theresia Senn geb. Obrist (1793 – 1860); sie war bei der Heirat 34 Jahre alt und 9 Jahre älter als ihr Mann. Von ihren sieben Kindern starben drei im Säuglingsalter. Anna Mühlethaler geb. Aeberhard (1792 – 1864) war die zweite Frau von Urs Mühlethaler. Sie war bei der Heirat ca. 41 Jahre alt und bekam noch vier Kinder. Bei der Geburt des jüngsten Sohnes war sie 48 Jahre alt. Es kam auch vor, dass die Männer bei der Heirat viel älter waren als ihre Frauen. Z.B. Adam Wehrli (1699 – 1765) war bei der Heirat 38 und 19 Jahre älter als seine Frau Verena geb. Blattner (1712 – 1753). Hans Ulrich Rentsch (1719 – 1795) war bei der Heirat 45 und seine Frau Anna geb. Salfinger (1743 – 1804) war 20 Jahre alt. Bei seiner 3. Heirat war Ulrich Mühlemann (1687 – 1763) 52 Jahre alt, von seiner neuen Frau Elsbeth Seiler sind die Lebensdaten nicht bekannt.

3.2. Einheit von häuslichem Leben und Erwerb

Die vorindustrielle Gesellschaft kannte die Trennung von Erwerbs- und Familienleben nicht. Alle Mitglieder eines Haushalts trugen zum Familieneinkommen bei. «Es waren Haushaltgemeinschaften, welche als wirtschaftliche und soziale Einheiten funktionierten, weshalb oft auch von der Sozialform des «Ganzen Hauses» gesprochen wird. Der Kern dieser Arbeits- und Lebensgemeinschaften bildete in der Regel ein Paar, der Hausvater und die Hausmutter. Hinzu kamen die Kinder, allfälliges Gesinde, überlebende Elternteile und manchmal weitere alleinstehende Verwandte, deren Stellung sich oft kaum von derjenigen des Gesindes unterschied.» (2)

3.2.1. Bäuerinnen

Bei den bäuerlichen Vorfahren der Familien Senn, Mühlemann und Rentsch waren die Frauen und auch die Kinder als Arbeitskräfte in die Landwirtschaft eingebunden und trugen zum Erwerb des Familieneinkommens bei. Die Bäuerinnen waren zunächst für den innerhäuslichen Bereich des Betriebs zuständig. Da die Verhältnisse, mit Ausnahme der Familie Ulrich Mühlemann, einfach waren, nahm die bäuerliche Hauswirtschaft nicht sehr viel Zeit und Kraft in Anspruch. Die damaligen Reinlichkeitsanforderungen waren gering und die wenigen Stuben waren rasch geputzt. Auch der alltägliche Speiseplan war einfach und erforderte keine aufwendige «Kocherei». Bei der einfachen Bevölkerung auf dem Land gab es vor allem Getreidebrei, Kohlsuppe oder Hülsenfrüchte. «Arbeitsintensiv war einzig die Wäsche, die sich aber – je nach Umfang der Aussteuer – pro Jahr auf wenige Grossereignisse beschränkte. Eine wichtige Rolle spielte in dieser noch stark auf Selbstversorgung basierenden Ökonomie die Vorratshaltung. Im Winter wurde von den weiblichen Haushaltmitgliedern Flachs, Hanf und Wolle gesponnen. Insgesamt machten die innerhäuslichen Verrichtungen aber nur den kleinen Teil der Frauenarbeit aus. Stärker ins Gewicht fiel die Arbeit in Feld und Garten. Die Frauen hatten bei den arbeitsintensiven Feldarbeiten Hand an zu legen, also bei Heu- und Getreideernte, zum andern waren sie für alle Pflanzungen zuständig vom Hanf zum Flachs über den Tabak und die Kartoffeln (diese erst zu Beginn des 18. Jahrhunderts) bis zu den zahlreichen Gemüsen in Garten und Pflanzplätz und dem Obst. (3) Die Bauernfamilien waren weitgehend Selbstversorger.

Bei den Bäuerinnen aus der jüngeren Vergangenheit sind noch weitere Einzelheiten bezüglich ihrer Arbeiten bekannt: Anna Wehrli geb. Hofer (1855-1932) war Bäuerin auf einem relativ grossen Hof auf Benken. Auf dem Hof gab es Angestellte. Anna Wehrli musste mit Hilfe einer oder mehrerer Mägde für den Haushalt und das Kochen für die 6-köpfige Familie und das Gesinde mehr Zeit einsetzen als eine Bäuerin auf einem kleineren Betrieb ohne Angestellte. Besonders viele Mäuler mussten während der Erntezeit gestopft werden, wenn auch noch die zahlreichen Taglöhner auf dem Hof verköstigt werden mussten. Anna Wehrli pflanzte im Garten und auf dem Pflanzplätz viel Gemüse an für den Eigengebrauch. Sehr arbeitsintensiv war die Vorratshaltung: Obst wurde eingemacht, oder die Früchte wurden gedörrt und in Stoffsäcken für den Winter aufbewahrt. Bohnen wurden an langen Fäden aufgezogen und gedörrt, «Chabis» wurde in Steinguttöpfen eingemacht und Gemüse wie Rüebli in der Erde aufbewahrt. Kartoffeln, Äpfel und Birnen wurden in einem Gemüsekeller gelagert. Kräuter für Tee oder als Heilkräuter wurden ebenfalls gedörrt. Da der Hof abgelegen liegt, wurde auch das Brot selber gebacken. Aus Erzählungen weiss ich, dass zweimal im Jahr Waschtag war. Da wurden Waschfrauen eingestellt. Anna Wehrli hat sich um die Kleintierhaltung gekümmert. Sie hat Hühner gehalten und jährlich mindestens 1 Schwein gemästet. Ich gehe davon aus, dass sie oder jemand anderes aus der Familie, sich den Marktfahrerinnen angeschlossen hat und über den Benken nach Aarau gezogen ist, um auf dem Wochenmarkt Kirschen, Butter, Eier und andere Nahrungsmittel zum Verkauf anzubieten.
Ähnliche Verhältnisse galten auch für Marianne Rentsch geb. Sommer (1854-1931). Auch auf ihrem Hof gab es viele Angestellte. Neben den schon erwähnten Arbeiten im und ausserhalb des Hauses, oblag ihr auch die Aufsicht über das weibliche Gesinde. Marie Rosalie Rentsch geb. Mühlethaler (1873-1951) lebte auf einem mittelgrossen Hof. Als ihre fünf Kinder klein waren, brauchte sie eine Magd, obschon der Betrieb eigentlich zu wenig Ertrag abwarf, um noch Angestellte zu ernähren. Maries Beitrag zum Familieneinkommen bestand vor allem in der Produktion von Gemüse und Kartoffeln für den Eigengebrauch und der Hühnerhaltung. Das Eiergeld war ein willkommener Beitrag in der Familienkasse. Marie Rentsch musste bei der Feldarbeit und vermutlich auch der Stallarbeit mithelfen. Letzteres vor allem während des Ersten Weltkrieges, wo ihr Mann oft lange als Soldat an der Grenze war.

3.2.2. Tauner – Frauen

In der Rentsch-Linie gab es Tauner-Frauen. Sie waren mit einem Taglöhner verheiratet, der sich bei einem Grossbauer verdingen musste. Daneben besass die Familie ein Stück Land, das sie bebaute und hielt eine Kuh und vielleicht Ziegen. Es waren Barbara Rentsch geb. Aeschbacher (?-1764), 6 Kinder; Anna Rentsch geb. Salfinger (1743-1804), 11 Kinder; Magdalena Rentsch geb. Beer (1774-1835) 11 Kinder. Bei den Taunerfamilien war es besonders wichtig, dass alle Familienmitglieder etwas zum ohnehin schmalen Familieneinkommen beitrugen. Wenn der Mann auswärts arbeitete, mussten die Frau und die Kinder die Arbeiten auf dem eigenen Feld und im Stall verrichten. In der Erntezeit waren die Frauen aber meistens auch als Taglöhnerinnen auf dem grösseren Hof, zu dem ihr Taglöhner-Häuschen gehörte, beschäftigt. Nachdem die Männer bei der Heuernte mit der Sense das Gras gemäht hatten, mussten die Frauen das Gras ausbreiten oder zum Trocknen aufhängen, es wenden und zusammenrechen und das getrocknete Gras mit der Gabel auf den Heuwagen hinaufreichen. Auch bei der Ernte des Getreides und der Kartoffeln wurden die Hände der Taunerfrauen gebraucht. Wenn auf dem Hof der Grossbauernfamilie Waschtag war, haben vermutlich die drei Frauen als Waschfrauen mitgeholfen. Oft wurden sie nicht mit Geld bezahlt, sondern mit Naturalien, oder der Bauer hat als Gegenleistung mit seinen Pferden ihren Acker gepflügt. Sowohl die Taunerfrauen als auch die Bäuerinnen haben vermutlich Flachs und Hanf angepflanzt. Nach der Ernte wurden die getrockneten Pflanzenstängel geriffelt (Samenkapseln entfernt), gebrochen (Fasern freilgelegt), geschwungen, gehechelt (gereinigt). An den langen Wintertagen haben dann die Frauen die Fasern versponnen. Mit dem fertigen Produkt konnten sie noch zusätzlich einen Batzen verdienen. Mit dem Aufkommen der Textilindustrie gewann dieses Nischenprodukt an Bedeutung. Auch bei der Familie von Elisabeth Mühlemann geb. Zürcher (1867-1947), 7 Kinder waren die Verhältnisse ähnlich. wie bei den Taunerfrauen. Zwar besass die Familie eigenes Land und einen eigenen Hausteil, aber auch hier war die Frau hauptsächlich für den kleinen Bauernbetrieb zuständig. Ihr Mann, Christian Mühlemann musste auswärts als Fuhrmann arbeiten. Es ist möglich, dass er am Morgen und am Abend die Kuh gemolken, vielleicht auch Gras gemäht hat. Für den Pflanzplätz, den Kartoffelacker und die Heumatte war vor allem Elisabeth Mühlemann geb. Zürcher verantwortlich. Sie leistete zusätzlich Dienste bei Wöchnerinnen und bei Kranken und hat Tote gewaschen.

3.2.3. Frauen von Handwerkern

Die Handwerksfamilien auf dem Land waren in der Regel auch Selbstversorger. Ich gehe davon aus, dass es vor allem ihre Frauen waren, die den Pflanzplätz, den Acker und den Garten besorgt haben. Auch für die Kleintierhaltung waren sie zuständig. Je nachdem ob der Mann ein sesshaftes Gewerbe betrieb – z.B. die Schmiede und Wagner der Familie Wehrli und Wagnermeister Jakob Schenk oder ob er sein Handwerk eher bei den Kunden ausübte, z.B. die Schneider der Familie Jaussi, der Schuhmacher der Familie Schlumpf -, war er mehr oder weniger zu Hause. Der Schmied oder der Wagner konnte eher als der Störhandwerker am Morgen und am Abend im Stall die Kuh oder Kühe melken. Vermutlich besassen die besitzlosen Handwerker eher Ziegen, die von den Frauen besorgt wurden.

Es ist denkbar, dass einzelne Frauen, ihre Männern bei der Verrichtung ihres Handwerks unterstützt haben. Anna Schenk geb. Schweizer (1823 – ?) hat wahrscheinlich ihrem Mann Ulrich Schenk, der Bäcker war, zuerst in Zäziwil und später in Oberburg- Schachen geholfen. Es gab eine verbreitete Form der Arbeitsteilung im Nahrungsmittelgewerbe. Auf einer Darstellung eines Bäckereibetriebs um 1800 sieht man, wie ein Gehilfe des Bäckers den Teig knetet und der Bäcker die Brote mit einer Holzschaufel in den Holzofen schiebt. Die Frau steht am Ladentisch und kümmert sich um den Verkauf der Brote. (4)

Elsbeth Jaussi geb. Wenger (1733 – 1810) 6 Kinder; Anna Jaussi geb. Schober (1765 – 1833) 8 Kinder; Elisabeth Jaussi geb. Küenzi (1796 – 1862) 9 Kinder; Maria Jaussi geb. Krebs (?) 8 Kinder waren die Frauen von Schneidern in Wattenwil. Es waren arme Familien, die zwar sesshaft waren, aber kein eigenes Haus besassen. Sie haben oft ihre Adresse im Dorf gewechselt und waren offensichtlich zur Miete, wie z.B. «beim Dorf Meyer». Die Familie hatte vermutlich eine Kuh oder Ziegen, die sie als Burger auf dem Allmend-Land weiden lassen durfte. Jede Familie hatte Anrecht auf ein paar Quadratmeter Land für einen Pflanzplätz. Auch hier waren die Frauen zuständig für die Selbstversorgung. Ob sie ihre Männer beim Schneidern der Kleider für Kunden mit Handreichungen (z.B. zusammenheften, bügeln etc.) unterstützt haben, ist mir nicht bekannt. In der Gegend um Wattenwil, Schwarzenburg, Rüschegg war das Hausieren weit verbreitet. Ob event. einzelne Vorfahrinnen zur Aufbesserung des Familienbudgets mit einer Hutte von Bauernhof zu Bauernhof gezogen sind und z.B. Bänder und Knöpfe oder Ähnliches zum Verkauf angeboten haben? Vielleicht haben sie auch als Wäscherinnen bei reichen Dorfbewohnern ausgeholfen.

3.2.4. Pulvermüllerinnen und Wirtinnen

Im Gewerbe ihrer Männer mitgeholfen haben die zwei Frauen der Pulvermüller Schenk in Steffisburg. Es waren Elisabeth (Elsbeth) Schenk geb. Gerber (Heirat 1710) und Barbara Schenk geb. Stauffer (Heirat 1771). Die Frauen waren am Produktionsprozess des Schwarzpulvers beteiligt. Es bedurfte mehrerer Arbeitsgänge. Vor allem, wenn das Pulver in der Pulvermühle gestampft wurde, war es gefährlich. Bei Unfällen in der Pulvermühle Steffisburg kamen Frauen, Kinder, andere Verwandte und Angestellte ums Leben, nie aber der Pulvermüller selbst. Dies könnte darauf hindeuten, dass die Frauen als Laien die Vorsichtsmassnahmen zu wenig gut umgesetzt haben. Am 27. April 1763 z.B. explodierte die «Pulverstampfi, vermutlich beim Durchschlagen eines Stämpfels. Die Schwiegertochter von Hans und Elisabeth Schenk wurde elendiglich zerschmettert. Bei einer weiteren Explosion am 24. Mai 1777 kamen der 4-jährige Sohn von Peter und Barbara Schenk-Stauffer und sein 24-jähriger Cousin ums Leben. Schutzmassnahmen gab es kaum. Man pflanzte einfach zwischen den Gebäuden der Pulvermühle Steffisburg Fruchtbäume als Schutz gegen herumliegende Trümmer bei einer Explosion. (5)

Auch bei den Wirtinnen: Marie Mühlethaler geb. Affolter (1797- 1829), Anna Mühlethaler geb. Aeberhard (1792 – 1864) und Magdalena Mühlethaler geb. Jost (1835 – 1910) im «Rössli» Hermiswil bestand die Einheit zwischen häuslichem Leben und Erwerb. Nach dem frühen Tod ihrer Ehegatten haben Anna Mühlethaler geb. Aeberhard und Magdalena Mühlethaler geb. Jost den Gasthof und den dazugehörenden Bauernbetrieb mit Hilfe von Angestellten weitergeführt.

3.2.5. Unsere Grossmütter

Sogar noch in unserer Grosseltern – Generation war diese Einheit Erwerb/häusliches Leben in 3 Fällen gegeben: Marie Rosalie Rentsch geb. Mühlethaler (1873 – 1951) trug als Bäuerin zum Erwerbseinkommen bei. Martha Schenk geb. Jaussi (1884 – 1962) arbeitete im Coiffeurgeschäft ihres Mannes in Adelboden mit. Luise Mühlemann geb. Schlumpf (1897 – 1959) war für die Gefangenenbetreuung im Bezirksgefängnis dem ihr Mann vorstand mitverantwortlich. Sie hat für die Gefangenen gekocht und sie z.T. in der Küche oder auch sonst beschäftigt.

Die Vorfahren – Familien im 19. Jahrhundert entsprachen nicht dem bürgerlichen Familienideal, wo der Vater auswärts arbeitete und Geld verdiente und die Mutter zu Hause blieb den Haushalt führte und die Kinder betreute.

3.3. Das bürgerliche Familienideal

Mit der Industriealisierung veränderte sich die Arbeitsorganisation: «Wohnung und Arbeitsplatz wurden nun räumlich getrennt und die verschiedenen Beschäftigungsfelder zu Berufen mit festem Anforderungsprofil ausgestaltet. Was bisher die Stärke der Frauen ausgemacht hatte, die Kombination von produktiven und reproduktiven Fähigkeiten in einer Person, erwies sich unter diesen neuen Bedingungen als Behinderung. Da ausserhäusliche Erwerbstätigkeit vor allem Abkömmlichkeit und kontinuierliche Leistungsbereitschaft voraussetzt, liess sie sich nicht ohne weiteres mit dem weiblichen Curriculum in Einklang bringen.» (6)

Vier Familien haben dem bürgerlichen Familien-Ideal im 20. Jahrhundert mehr oder weniger entsprochen:

Wobei ich bei der Familie Heinrich und Luise Schlumpf geb. Roschi (1871 – 1929) nicht sicher bin, ob der Ehemann als Securitaswächter genügend verdient hat, um seine grosse Familie (8 Kinder, 3 davon früh verstorben) im städtischen Umfeld zu ernähren. Event. ging Luise Schlumpf geb. Roschi doch zeitweise einer ausserhäuslichen Tätigkeit nach,
von der ich nichts weiss.

Gottfried und Bertha Senn geb. Wehrli (1879 – 1961) lebten nach diesem Familienideal. Gottfried war Kaufmann mit Prokura in der Stadt Bern und Bertha Hausfrau und Mutter. Als Bertha Senn mit 48 Jahren Witwe wurde und noch für einen minderjährigen Sohn sorgen musste, wurden die wirtschaftlichen Bedingungen prekär: Sie versuchte mit Zimmervermietung und Stricken für fremde Leute etwas dazu zu verdienen.

Vreni Senn geb. Mühlemann (1922 – 2012) hatte eine KV Lehre gemacht. Sie hätte eigentlich gerne auch nach ihrer Verheiratung mit Eugen Senn als Sekretärin weiter gearbeitet. Für ihren Ehemann war es jedoch eine Prestigeangelegenheit, dass er der Familienernährer war und die Frau zu Hause blieb.

Ottilie Rentsch geb. Schenk (1910 – 1981) war von Beruf Lehrerin und später Familienfrau. Sie hat zeitweise während ihrer Ehe als Lehrerin Stellvertretungen gemacht, vor allem während dem Zweiten Weltkrieg, wo viele Lehrer wegen Militärdienst abwesend waren. Eigentlich konnte sie den Beruf gut mit der Familie vereinbaren, da die Grossmutter im Haus war und sich um die drei Kinder kümmern konnte. Nach dem Krieg wurden die Frauen aber wieder nach Hause geschickt. «Doppelverdienertum» war verpönt. Ottilie übernahm, nachdem die Kinder herangewachsen waren, nicht mehr ein grösseres Pensum im Schuldienst, wie es eigentlich das Dreiphasenmodell vorgesehen hätte. Sie unterrichtete einige wenige Stunden Bambusflötenunterricht am Kindergärtnerinnenseminar der Neuen Mädchenschule. Daneben gab sie Kindern im Dorf private Flötenstunden zu Hause. Sie hätte gerne eine gleichwertige Karriere in der Musik gemacht wie ihr Mann und war deshalb mit der Rollenverteilung nicht zufrieden. Ihre Cousine Nelly Jaussi (1900 – 1990), die sie offensichtlich etwas beneidet hat, war eine erfolgreiche Berufsfrau. Sie war ledig und eine engagierte Juristin beim BIGA. Ihre mütterliche Seite lebte sie aus, in dem sie in den Ferien immer Kinder aus der Verwandtschaft und Flüchtlingskinder zu einem Aufenthalt in die Berge einlud.

3.4. Besondere Lebensphasen

3.4.1.Heirat und Geburt

Heirat und die Geburt der Kinder waren wichtige Ereignisse in der Biographie der Frauen. In den Stammbäumen fällt auf, dass viele Vorfahren erst nach erfolgter Konzeption geheiratet haben. Bei der Eheschliessung war also schon ein Kind unterwegs. In der bäuerlichen Gesellschaft war das erwünscht, weil Kinder als Arbeitskräfte und für den Fortbestand des Betriebs von Bedeutung waren. Man sprach im Zusammenhang von unehelichen Geburten von Illegitimität. «Im traditionellen Rechtsbewusstsein der Bevölkerung galten neben der Ehe auch die Verlobung, ein Eheversprechen und der Kiltgang als Legitimation zur Aufnahme sexueller Kontakte. Der gesetzlich und kirchlich festgelegte Zwang zur sexuellen Enthaltsamkeit vor der Ehe wurde nur insofern wirksam, dass das Paar nach erfolgter Konzeption so schnell wie möglich heiraten musste.» (7) Die schwangere Braut sollte bei der Hochzeit keinen «Meyen»- Kranz tragen, der galt als ein Symbol der Keuschheit. Wenn eine junge Frau vorzeitig Kindbetterin geworden war, befasste sich in der vormodernen Zeit, das Chorgericht damit. (8) In der alten Ordnung vor 1800 mussten die Brautleute beim Pfarrer im Bernerland ein Eheexamen ablegen. Eine Frage (Nr. 2) lautete z.B.: «Was ist dann der Ehestand?» Antwort: «Der Ehestand ist eine heilige Ordnung Gottes, dadurch ein Mann und ein Weib nach dem Willen Gottes zusammen verpflichtet werden, damit das menschliche Geschlecht erhalten und vermehret werde, Gott ihme selbst daraus seine Kirche besamle, und beide Ehemenschen eins des andern Gehülfen seye.» Frage 12: «Seid ihr dann nun entschlossen, solchermassen in den Stand der Ehe zu treten?» Antwort. «Ja, durch die Gnad, Hülf und Beistand Gottes, den wir auch für und für mit gläubiger Andacht hierum anrufen und bitten wöllen.» Das Schlusswort des Geistlichen lautete: «Wolan, so wölle nun der gnädige Gott euer Vorhaben segnen und mit seiner Gnad euch allezeit beiwohnen, Amen.» (9) Die Hochzeit – in den Eherodeln wird auch von Kopulation gesprochen – in der Kirche fand meist unter der Woche statt. Die Einsegnung war anlässlich der Wochenpredigt. 1874 wurde in der Schweiz im Zuge des Kulturkampfes vorgeschrieben, dass man erst zivil heiraten muss, bevor man kirchlich heiraten kann. (10) Bei ihrer Verehelichung hatte die Bauerntochter Anspruch auf eine Aussteuer, einen Trossel. In der Regel bestand der Trossel aus dem, was auf einem Wagen Platz hatte: eine Bettstatt, eine Truhe gefüllt mit Wäsche, Stabellen, ein Tisch und ein Spinnrad. (11)

Gemäss meiner Recherche gab es bei unseren Vorfahren nur in einem Fall eine uneheliche Geburt. «Zur unehelichen Geburt kam es, wenn die Eltern an einer Eheschliessung gehindert wurden, etwa durch gesetzliche Ehebeschränkungen bzw. Mittellosigkeit – besonders in wirtschaftlichen Krisenzeiten – wenn der Vater bereits verheiratet war oder als Auswärtiger oder Abwesender nicht zur Verantwortung gezogen werden konnte. Letzteres kam relativ häufig vor, da viele Väter mobilen Gruppen angehörten, also Dienstboten, Handwerksgesellen oder Soldaten waren und meist keinen eigenen Haushalt hatten.» (12)

Luise Schlumpf (1897 – 1959) hatte vor ihrer Heirat mit Hans Mühlemann einen unehelichen Sohn, Walter Max geb. 26.02.1919 bekommen. Aus ihrer Sicht lag ein Eheversprechen vor. Der aussereheliche Vater hatte wohl eher ein sexuelles Abenteuer gesucht. Er war schon verheiratet und hatte eine Familie. Das 1912 eingeführte Schweiz. Zivilgesetzbuch kannte eine freiwillige Anerkennung des Kindes durch den Vater und unterschied zwei Klagen: «Die Alimentationsklage und die Klage auf Standesfolge in väterlicher Linie. Erst mit der zweiten Etappe der Revision des Kindesrechts 1978 erreichten ausserhalb der Ehe gezeugte Kinder eine weit gehende rechtliche Gleichstellung.»(13) Im Fall von Walter Schlumpf kam es nur zu einer Alimentationsklage. Der aussereheliche Vater musste, wie das Amtsgericht Thun verfügte, eine jährliche Alimentation von Fr. 300.- bis zum zurückgelegten 18. Lebensjahr bezahlen. Die elterliche Gewalt ging an die Mutter; die Beistandschaft wurde aufgehoben. Da die Prozessakten «Schlumpf» in den 1990er Jahren vernichtet wurden, lassen sich keine weiteren Aussagen machen. Mir ist unklar, warum das Kind keinen Beistand bekam, der sich für seine Rechte einsetzte. Walter durfte nicht in der Familie seiner Mutter aufwachsen, er wurde immer wieder in der erweiterten Familie herumgeschoben.

3.4.2. Witwenschaft

Ein besonders schmerzhafter Einschnitt im Leben einer Frau war der vorzeitige Tod ihres Ehemannes. Das Leben einer Witwe war sowohl in wirtschaftlicher als auch in rechtlicher Hinsicht schwierig. Schon in der Bibel gibt es zahlreiche Stellen, die auf die prekäre Situation der Witwen und Waisen hinweisen, verknüpft mit der Aufforderung, sie zu schützen. Es sind Mahnungen wie: «Ihr sollt keine Witwen und Waisen bedrängen»(2. Mos.22-21), «Schaffet dem Waisen Recht, führet der Witwe Sache» (Jes. 1-17), «Die Waisen und Witwen in ihrer Trübsal besuchen»(Jak. 1-27) etc. Es gab schon im Mittelalter mehr Witwen als Witwer. Dieses Ungleichgewicht besteht bis heute. «1870 zählte die Schweiz 194 Witwen auf 100 Witwer, in den Städten und Gemeinden mit über 7000 Einwohnern waren es jedoch 278 auf 100. Im Laufe der Jahrzehnte verschärfte sich dieses Ungleichgewicht: 1900 kamen 236 Witwen auf 100 Witwer, 1950 319, 1980 456 und 2000 477.» (14) Die Gründe für den Überhang der Witwen war einerseits bedingt durch den Altersunterschied der Ehegatten, in der Regel waren die Männer älter; die steigende Lebenserwartung der Frauen im 20. Jahrhundert; das tiefere Durchschnittsalter der Männer; die höhere Unfallgefährdung der Männer vor allem auf dem Land. Unfallgefahren für Männer mit tödlichen Folgen bestanden z.B.: beim Bergheuen; Ziegen hüten, Kirschen pflücken, beim Holzen, durch Steinschlag und Lawinen. Selten sind Todesursachen für Erwachsene in den Totenrodeln erwähnt. Wenn eine Angabe besteht, dann heisst es etwa: «Wassersucht, Stich (stechender Schmerz im Körper), Schlagfluss (Schlaganfall), Altersschwäche, Auszehrung und eben Unfall.» (15) Witwen hatten auch eine geringere (Wieder-)Verheiratungschancen als Witwer. Das ist vermutlich heute noch der Fall.

Die wirtschaftliche Situation der Witwen auf dem Land war prekär, wenn der Hausvater ausschied. In der Landwirtschaft wurden bis ins 19. Jahrhundert die meisten Feldarbeiten, die viel Kraft erforderten, noch von Hand ausgeführt. Wie konnten die Witwen überleben?

Zum Teil waren die ältesten Söhne schon erwachsen und konnten den Hof weiterführen und für die jüngeren Geschwister sorgen. Dies war z.B. beim Tod 1676 von Fridolin Senn der Fall, dessen ältester Sohn Melchior zu diesem Zeitpunkt schon 19 Jahre alt war. Seine jüngste Schwester war erst 4 Jahre alt. Ein Jahr später verstarb auch die Mutter und die Kinder wurden Vollwaisen. Ob das Zusammenleben in solchen Familien immer konfliktfrei verlief, vor allem wenn der ältere Sohn selber eine Familie gründen wollte? Es ist auch denkbar, dass unverheiratete männliche Verwandte (Schwager, Onkel), die in der Familie wohnten, in die Lücke der vaterlosen Familie treten konnten. Ob z.B. die Witwe Barbara Mühlemann geb. Seiler (1737 – 1788), die mit 4 Kindern zwischen 2 und 10 Jahren allein war, als ihr Mann Peter mit 35 Jahren (1766) starb, auch auf familiäre Unterstützung zählen konnte? Ihr Schwager, Christen Mühlemann (1712-1789) war nacheinander Landesseckelmeister, Landschreiber und Landestatthalter. Es wäre denkbar, dass er die Familie der Witwe unterstützt hat. In Barbara Mühlemann-Seilers Wohn-und Heimatort Bönigen wurden von der Kirchgemeinde bedürftigen Dorfbewohnern «Spendmehl» und «Spendbrot» verteilt. Es könnte sein, dass sie davon profitiert hat. Auch Susanna Mühlemann geb. Seiler (1842 – 1905) wurde nach nur 7 Jahren Ehe Witfrau mit 2 (von 4) überlebenden, unmündigen Kindern. Für sie galt, wie für andere Witfrauen: «Sie musste jede Gelegenheit ergreifen, um etwas zu verdienen, und war die Arbeit noch so hart.» (16) In ihrem Fall wäre es denkbar, dass sie Arbeit in der aufkommenden Tourismusbrache in Bönigen fand. «Trotzdem war die Wahrscheinlichkeit gross, dass sie armengenössig wurde, denn ein Frauenlohn reichte in der Regel nicht einmal für eine Person aus, geschweige denn für die Ernährung einer ganzen Familie.» Jeremias Gotthelf schildert in der Erzählung vom «Erdbeermareili» das Schicksal einer Witwe mit ihren unmündigen Kindern: «Die Mutter des Erdbeermareilis war nach dem Tod ihres Mannes armengenössig geworden und hatte mit den Kindern aus der Stadt weg in die Heimatgemeinde ziehen müssen.» (17) «Die Gemeinde hatte ihr für das erste Jahr den Hauszins versprochen und erklärt: Dernebe muesst du luege, wie du dKing u di dürebringst, das ist dy Sach.» (18) Im Unterschied zur Mutter des Erdbeermareilis lebte Susanna Mühlemann geb. Seiler schon in ihrer Heimatgemeinde Bönigen. Ich gehe davon aus, dass sie auch als Witfrau vom Burgernutzen profitieren konnte. Vermutlich lebte sie in einem eigenen Haus und hatte etwas Land zum Anpflanzen. Die Parallelen sehe ich eher in der Möglichkeit, wie sie etwas Geld dazu verdienen konnte. «Zufällig kamen die Nachbarn darüber, dass die Frau recht gut lismen, nähen, ja sogar zuschneiden konnte und zwar manches nach einem unerhört guten Schnitt… Sie verdiente damit Geld, wenig zwar, denn die Leute schätzten das Geld höher als die Arbeit, dafür gaben sie dann auch ihre Produkte wohlfeil ab.» (19) «Das Beispiel des Erdbeermareilis und seiner Familie zeigt deutlich die prekäre Lage eines vaterlosen Haushalts. Die Witwe musste in den Nischen der ländlichen Ökonomie ein kärgliches Auskommen suchen, das sich aus ganz unterschiedlichen Bestandteilen zusammensetzte: Mit Nähen, Schneidern und Stricken verdiente sie etwas Bargeld, dank der Almosen der Gemeinde und der Wohltätigkeit der Nachbarn standen ein Dach über dem Kopf und ein Stück Land zur Verfügung.» (20) Erst als die unmündigen Töchter der Familie begannen, Waldbeeren zu suchen und zu verkaufen, war das Familieneinkommen gesichert. Das Beerensammeln in den Wäldern durch die Kinder scheint auch in den Böniger Bergbauernfamilien üblich gewesen zu sein. Mein Grossvater; Hans Mühlemann (1897-1978) und seine Geschwister haben in ihrer Jugend Beeren gesucht und in den Hotels verkauft.

Ich gehe davon aus, dass das Gesagte auch für die meisten übrigen Witwen auf dem Land zutrifft. Für die überlebenden Mühlethaler Wirtinnen: Anna Mühlethaler geb. Aeberhard (1792-1864) und Magdalena Mühlethaler geb. Jost (1835-1910) war es mit Hilfe der Angestellten einfacher den Betrieb weiterzuführen und als Witfrauen ihre Familie zu ernähren.

Bis zum Ende des 19. Jh. waren Witwen und Witwer einander rechtlich nicht gleichgestellt, vor allem bezüglich der Vormundschaft der Kinder und des Erbteils. «Das Schweiz. Zivilgesetzbuch von 1912 sah noch einen Drittel des Erbes für die Witwe vor (Witwer: 2/3), das neue Eherecht von 1988 führte dann die Gleichbehandlung von Witwer und Witwen ein. (21)

Bis zur Einführung der Alters- und Hinterlassenversicherung (AHV) 1948 galt die individuelle Vorsorge im Todesfall des Gatten. Man musste also sparen. Auch für Witwen aus dem bürgerlichen Umfeld war die wirtschaftliche Situation schwierig. Die Beispiele von Bertha Senn geb. Wehrli (1879-1961) und Martha Schenk geb. Jaussi (1884-1962) zeigen dies deutlich: Dank etwas Vermögen und der finanziellen Unterstützung durch die Kinder konnten die Witfrauen überleben.

Quellenangaben:

1 Wälti Peter «Bevölkerungs-und Familiengeschichte» Reise zu den Vorfahren, S. 185
2 Schnegg Brigitte «Frauenerwerbsarbeit in der vorindustriellen Gesellschaft», in verflixt und zugenäht, S. 11 u. S. 23
3 (s. 2) S. 24
4 (s. 2) S. 27
5 Frank Georg «Das Schwarzpulver»- Die Produktion in der Pulvermühle Steffisburg 1586-1864
S. 52 u. ff
6 Mesmer Beatrix «Vom doppelten Gebrauchswert der Frau», in verflixt und zugenäht, S. 16
7 «Illegitimität» verfasst von Lischer Markus 22.01.2008, Historisches Lexikon der Schweiz
8 Rubi Christian «Hochzeit im Bernerland», S. 72
9 (s. 8) S. 22/23
10 «Zivilehe», Wikipedia
11 Minder Hans, mdl. Info.
12 (s. 7)
13 (s. 7)
14 «Witwenschaft», verfasst von König Anne-Lise 7.05.2015, Historisches Lexikon der Schweiz
15 (s. 1) S. 185
16 (s. 2) S.31
17 (s. 2) S. 31
18 Gotthelf Jeremias «Erdbeermareili» S.207
19 (s. 18) S. 208/209
20 (s. 2.) S. 31
21 (s. 14)