84. Der Gasthof «zum weissen Rössli» in Hermiswil. Der stattliche Gasthof (frühere Bezeichnung: Taverne) mit Bauernbetrieb wird 1639 erstmals urkundlich erwähnt. Er lag an der früher bedeutungsvollen Verkehrsverbindung von Bern zum aargauischen Untertanengebiet. Neben der Gastwirtschaft war das «Weisse Rössli» auch noch Gerichtsort, Pferdewechselstation für Postkutschen und eine Postablage.
Von 1820 bis 1918 war der Gasthof «Zum weissen Rössli» im Besitz der Familie Mühlethaler.

85. Das weisse Rössli kommt auch im Gemeindewappen von Hermiswil vor.

86. «Samuel Übersax, Bost Reüter und Rössliwirt zu Hermiswil und Barbara Marti sein Ehgemahl, 1763.» (Die Scheibe befindet sich im Museum für Kommunikation) Samuel Übersax war ein Vorgänger von Urs Mühlethaler und vermutlich ein Verwandter. (*)

87./88./89. Im Obergeschoss des spätbarocken Gasthauses ist ein repräsentativer Raum mit barocker Deckenmalerei mit Tiermotiven. Diese Jagdstube gehört zum ältesten Teil des Gasthofes. Sie stammt aus dem frühen 17. Jahrhundert. Hier fanden die Gerichtsverhandlungen und später die Gemeinderatsversammlungen statt.

90. Decke der Gerichtsstube im oberen Stockwerk. Bis zum Untergang der Alten Eidgenossenschaft fanden die Verhandlungen des Gerichts Bollodingen-Egerden im Wechsel im «Rössli» Hermiswil oder im Gasthof zu Hegen statt. Der Vorsitz führte der Landvogt von Wangen oder sein Weibel. Dem Gericht gehörten 12 Gerichtssässe an.

91. Der «Wirten Eidt». In einer» Wirtshausordnung» von 1628 hat die Berner Obrigkeit mit Mandaten und Weinsteuern etc. Regeln für das «Gastgewerbe» aufgestellt. Die Wirte mussten auf die Ordnung einen Eid schwören. (*)

92. Der Gasthof «Rössli» ist ein grosser Betrieb mit einem Bauernhof und Stallungen.

93. In den Stallungen wurden bis ins 19.Jh. die Pferde der Postkutschen untergebracht und gewechselt.

94. «Haupt-Poststrasse der Schweiz», die an Hermiswil vorbeiführt. Die Verbindung: «Bern – Schönbühl – Riedwil – Langental – Aarau – Baden – Zürich» war auch noch im 19. Jh. ein Haupt-Poststrasse. Bis 1764 war es sogar die Hauptverbindung Bern – Aarau. Hermiswil war eine Wechselstation für die Pferde der Postkutschen. (*)